In aller Kürze

Göppinger Kultur-Nacht

Am 24. Juni 2017 findet zum achten Mal die Göppinger Kultur-Nacht statt, an der das MuSeele auch wieder teilnehmen wird. Das MuSeele freut sich auf Ihren Besuch und hat seine Pforten an diesem Abend von 19 bis 1 Uhr für Sie geöffnet. Tickets können Sie im Vorverkauf über unseren Museumsshop erwerben.

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Vernissage "Lustwandel" am 04.12.2013

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Morgen spricht von mir die ganze Welt - 14.11.2013

Am 14. November organisierten wir für Mitglieder und Gäste von MuSeele e.V. einen Fahrt ins Tübinger Zimmertheater. Zum 100. Jahrestag des Amoklaufs von Mühlhausen kam dort das Stück "Und morgen spricht von mir die ganze Welt" zur Aufführung, basierend auf einer Dokumentation von Peter Sindlinger zu einem der spektakulärsten Fälle der Psychiatriegeschichte: 1913 tötete der schwäbische und bisher ganz unauffällige Hauptlehrer Ernst August Wagner, der "Mordbrenner aus Degerloch", zuerst seine Familie, steckte dann mehrere Heuschober in Brand und erschoss die fliehenden Menschen.

Der Fall wurde zum Medienereignis und löste eine große Diskussion zur Schuldfähigkeit des Täters aus. Es war vor allem seinem Gutachter, dem Tübinger Psychiater Robert Gaupp zuzuschreiben, dass Wagner nicht zum Tode verurteilt, sondern als psychisch krank beurteilt und in die Heilanstalt Winnenden eingeliefert wurde.

Die Wahnwelt Wagners in all ihrer Absurdität sinnfällig zu machen und ihre Verankerung in ganz allgemeingültigem Gedankengut zu zeigen , ist ein wichtiger Aspekt der Bühnenberarbeitung. Zur Aufführung gelangen ausschließlich Originaltexte Wagners, Gaupps, der Augenzeugen und Zitate der Akten. Die Inszenierung regte zu einer lebhaften Diskussion unserer achtköpfigen Gruppe im Theater-Café an.

Eine bis zur letzten Minute hochspannende Darbietung mit einer beachtenswerten Leistung der Schauspieler! www.zimmertheater-tuebingen.de

Stellmacher-Zeichnungen im ZfP Reichenau - 11.10.2013

Das Zentrum für Psychiatrie Reichenau in Südbaden stellt zu seinem 100-jährigen Jubiläum die Stellmacher-Zeichnungen aus dem Besitz des MuSeeles aus.

Zum offiziellen Festakt am 11. Oktober führte Rolf Brüggemann, Leiter des MuSeeles durch die Ausstellung.

Die farbenfrohen Zeichnungen des Stellmachers, also des Rad- und Wagenmachers Karl Müller (1872 bis 1925), entstanden zu Anfang des 20. Jahrhunderts, als Müller zehn Jahre lang in den psychiatrischen Einrichtungen Winnenthal und Christophsbad in Göppingen verbrachte. 75 Jahre lang waren sie den Blicken der Öffentlichkeit entzogen, bis sie durch eine Schenkung an das MuSeele gelangten. Die grostek-lustigen Zeichnungen wurden bereits an mehreren Orten ausgestellt.

 

Ärzteblatt - 27.09.2013

Erzählte Psychiatriegeschichte
zum Lesen

Mainpost - 26.08.2013

Mit Humor in die Psychiatrie
Das MuSeele ist keine geschlossene Gesellschaft

von Özlem Yilmazer

Von der geschlossenen Irrenanstalt zur offenen und anerkannten Station: Das MuSeele in Göppingen erzählt von Psychiatriegeschichte. Auch dunkle Zeiten prägten diese. Im Museum ist aber auch Platz für Humor.

Einen Vogel haben, am Rad drehen, spinnen oder nicht mehr alle Tassen im Schrank haben – diese Redeweisen werden meist benutzt, um zu sagen, dass jemand verrückt oder nicht „normal“ ist. Sie hängen in Form eines Spinnrades oder eines Vogels auf einem Käfig vor dem Eingang des MuSeele – dem Museum für Psychiatrie in Göppingen. Die Besucher müssen sie erraten. „Sie werden bei den ganz gewöhnlichen Vorurteilen abgeholt“, sagt Museumsdirektor Rolf Brueggemann. Die Stimmung sei dann ganz heiter.

„Es soll kein Horrorkabinett sein. Zwar hat es Aspekte davon, aber wir versuchen, auch humorvoll mit dem Thema umzugehen“, sagt Brueggemann. Das Museum befindet sich im Dachgeschoss des alten Badhauses der Klinik Christophsbad aus dem Jahr 1618, eine der ältesten Psychiatrien Baden-Württembergs. Sie wurde 1852 als private Heil- und Pflegeanstalt für Gemüts- und Nervenkranke von den Medizinern Heinrich Landerer und Ludwig Palm gegründet.

Dort arbeitet Brueggemann heute als Psychotherapeut. 2004 gründete er zusammen mit anderen Angestellten, Patienten und Interessierten den Verein MuSeele und das Museum. „Wir wollten Psychiatriegeschichte darstellen.“ Das wird mit originalen Sammlungsstücken – auch aus der eigenen Klinikgeschichte – und detailreicher Inszenierung gemacht. Im Museum begegnet dem Besucher ein medizinischer Stuhl, der allein könnte schon unheimliche Assoziationen hervorrufen. Auf einer Tafel steht „Geschlossene Gesellschaft“ und daneben ein Kasten voller Schlüssel, sinnbildlich für die Schlüsselgewalt der Pfleger in den geschlossenen Anstalten damals. „Das haben wir heute so nicht mehr, nur wenige Stationen sind geschlossen“, erklärt Brueggemann. Der Experte empfiehlt, sich durch das Museum führen zu lassen, um das Ausgestellte besser einordnen zu können.

Eine Zwangsjacke hängt an der Decke, ein Krankenbett mit Fixierbändern steht mitten im Raum und irgendwo tropft Wasser. Das irritiert, ist gewollt und soll zu Fragen anregen. Im Schnitt kommen um die 2500 Besucher pro Jahr ins 400 Quadratmeter große MuSeele. Die Akzeptanz von Psychiatrien und seelischen Erkrankungen habe sich im Laufe der Jahre in der Gesellschaft enorm verbessert, so Brueggemann.

Es gibt viel zu entdecken: Eine Sigmund-Freud-Ecke mit Psychiatercouch, Karteikästen mit Krankheitsgeschichten oder ein Telefon, aus dem jemand Texte des jüdischen Dichters Jakob van Hoddis liest. Van Hoddis war in Göppingen Patient. Später verlegt in eine israelitische Heilanstalt, wurde er 1942 verschleppt und vermutlich im deutschen Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen ermordet. Auch Geschichten anderer Patienten aus dem Christophsbad, die etwa wegen ihrer Krankheiten von den Nationalsozialisten vergast wurden, gehen sehr unter die Haut. Ihre Koffer stehen noch da, im MuSeele.

Welchen Einfluss psychische Erkrankungen auf den Alltag haben können, zeigt der Schizophrenie-Raum. Das Wohnzimmer eines Patienten ist dargestellt, der vor zehn Jahren mit einer schizophrenen Störung ins Christophsbad kam. „Das ist ein ängstlicher Mensch, der wahnhaft geworden ist und sich vernachlässigt hat“, so Brueggemann. Der Raum ist dunkel, zugemüllt und Stimmen sprechen nach, was der Patient wohl auch hörte: „Geheimdienste, Verschwörung, Mächtige Abgeordnete.“

Copyright: dpa

Die Freud'sche Couch oder Psychopharmaka: Rolf Brüggemann, Museumsdirektor des Psychiatriemuseum MuSeele, liegt in Göppingen auf einer Behandlungsliege. 2004 wurde das MuSeele gegründet, es dokumentiert Psychiatriegeschichte. Foto: dpa

NWZ - 05.08.2013

Hitziges Weltende auf der Dachterrasse

Am Originalschauplatz seines letzten Fotos gewährte Silvia Danek auf beeindruckende Weise Einblicke in das Leben des schizophrenen Dichters Jakob van Hoddis, von 1927 bis 1933 Patient im Christophsbad.

von Sabine Ackermann

"Mich sollte man als Schriftsteller schon längst kennen, es ist unnötig, dass ich da noch etwas verfasse", verweigerte der Poet mit missbilligendem Kopfschütteln einst, seinen Lebenslauf zu schreiben, der laut Krankenakte "alle Hunde durch tiefe Verbeugungen und Hutabnahme begrüßte". Hans Davidsohn, am 16. Mai 1887 als Sohn eines jüdischen Arztes in Berlin geboren, kam damals als gefeierter Star der deutschen Dichterszene für sechs Jahre in die Privatklinik für Nerven- und Gemütskranke, geschlossene Abteilung. Diagnose: Schizophrenie im Endzustand. Jetzt traf sich ein illusterer Kreis auf der Dachterrasse des Christophsbads. Jenem historischen Ort, an dem zwischen 1927 und 1933 die Fotografie entstand, auf welcher der durch Buchstabentausch umbenannte Jakob van Hoddis Pfeife rauchend und selbstbewusst in die Kamera blickt.

Viel Mühe haben sich Verantwortliche des Klinikums Christopsbad und vom "MuSeele", darunter Dr. Rolf Brüggemann sowie Krankenpfleger und "Bild-Initiator" Frank Pfennig, bei der "Neopathetischen Soiree" gegeben. Sonnenschirme, Ventilatoren, kühle Getränke, dezente Trommelimprovisationen von Carmen Böhmler und Jens Rüger und eine herausragende Silvia Danek gestalteten das recht "hitzige" Weltende überaus kurzweilig und erträglich - was man allerdings vom häufig weggesperrten Dasein des "abnormen" Lyrikers nicht behaupten kann. Mit Kraft, Intensität und einfühlsamer Betonung rezitiert die Schauspielerin Werke wie "Der Oberlehrer", "Die Himmelsschlange", "Es hebt sich ein rosa Gesicht", "Wannsee", "Nachts", "Soubrette", "Tanz" oder "Der Visionarr". Dazwischen erzählt sie immer wieder Wissenswertes aus dem Klinikalltag (". . .bietet der Behandlung keine Schwierigkeiten, ist harmlos, gutmütig, wenn man ihn ganz in Ruhe lässt. Hat gelegentlich die Gewohnheit, seine Tür mit einem lauten Knall zuzuschlagen. . ."), aus seiner Vita und jener unheilvollen Zeit. "Wir haben Interesse an der Person und den Anfängen der expressionistischen Literatur", verraten Ursula und Bruno Seng, die per Rad aus Rechberghausen gekommen sind. Ebenfalls recht aufschlussreich fand Psychotherapeut Claus Grabau aus Uhingen die Dichterlesung.

Info 1911 wurde van Hoddis berühmtes Gedicht "Weltende" ("Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut" erstmals veröffentlicht. Es markierte den Beginn der expressionistischen Lyrik. 1942 ermordeten die Nationalsozialisten den Lyriker im Vernichtungslager Sobibor.

 

Festteilnehmer stellen die Fotografie mit van Hoddis nach. Foto: Sabine Ackermann

NWZ - 13.07.2013

Art Brut: Kunst der anderen Art
Rolf Brüggemann stellt seine private Sammlung im "MuSeele" aus

Göppingen. Werke von Künstlern, die aus ihrer Leidenserfahrung heraus kreativ wurden, können derzeit im Psychiatriemuseum MuSeele bestaunt werden. Bei der Vernissage waren viele von den Arbeiten angetan.

von Ann-Kathrin Maier, Maren Bertits, Michaela Kuich
"Art Brut ist die Kunst der vielen Namen, eine Außenseiterkunst." Mit diesen Worten eröffnet Rolf Brüggemannn seine Ausstellung im Rahmen einer Vernissage im "MuSeele". Die 86 Werke aus aller Welt, die derzeit im Göppinger Christophsbad ausgestellt sind, greifen viele Themen auf. Oftmals zeigen sie die innere seelische Zerrissenheit der Künstler, von denen ein Großteil psychisch erkrankt ist.

"Ich stelle lieber einen Stuhl hin, denn es kommt schon einmal vor, dass manchen beim Anblick der Bilder unwohl wird", sagt Rolf Brüggemann, Eigentümer der privaten Sammlung. Aus diesem Grund ist die Ausstellung nach einem bestimmten Konzept aufgebaut: "Von spielerisch-naiv zu ernst-brutal." Der Betrachter brauche einen sanften Einstieg, meint der Psychologe.

Der Begriff Art Brut ist an Jean Dubuffet angelehnt und bedeutet rohe, unverbildete Kunst. Die Künstler haben oft keine künstlerische Ausbildung - ihr Schaffen hat die Funktion eines "Türöffners zur Seele". Gerade die Unbeholfenheit macht die Originalität der Werke aus. Neben Zeichnungen und Malereien wurden auch Plastiken und Installationen gezeigt. "So eine Vielfalt zu sehen ist toll", meint die Besucherin Anna Bernau. Besonders anstößige Themen wie Missbrauch lenkten die Aufmerksamkeit auf sich. "Das muss man nicht schön finden, es geht darum, dass die Werke ausdrucksstark sind", betont Brüggemann.

Er stellt die Bilder aus, um sie zu verkaufen und das Geld dem gemeinnützigen Verein MuSeele zugute kommen zu lassen. Die Preise liegen zwischen zehn und 580 Euro, und es gab durchaus Interessenten. Fritz Waaser, ein weiterer Besucher, erzählte, dass er für diese Kunst einiges übrig hat. "Ich habe schon viel zu viel gesammelt, aber bin sehr in Versuchung, etwas zu kaufen", so der 71-Jährige.

Bis 29. November kann man die Ausstellung bestaunen und Stücke erwerben. Ob Werke bekannterer Künstler oder Arbeiten von Patienten aus dem Christophsbad, bleibt hierbei jedem selbst überlassen.

Vernissage "Art Brut" am 10.07.2013

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Ausflug zur Lesung von Simone Regina Adams - 02.07.2013

Simone Regina Adams: 4. v. l.

Die Autorin Simone Regina Adams las in Stuttgart in der grandiosen Stadtbibliothek am Mailänder Platz aus ihrem neuen Roman „Die Halbruhigen“. Mit dabei waren mehrere Mitglieder des MuSeeles und der Redaktion der Seelenpresse.

Der Roman spielt in der Psychiatrie der 1970er Jahre in einer der damaligen "Landesnervenkliniken". Erzählt wird von dieser in sich geschlossenen Welt – und von Dr. Christian Neumann, der nicht nur in der Klinik arbeitet, sondern dort auch mit seiner Familie lebt. Alle sind an den Alltag neben und mit den Patienten gewöhnt, Christian Neumann aber fühlt sich zunehmend im starren Kliniksystem gefangen. Dreißig Jahre später kehrt seine Tochter Edith an den Ort ihrer Kindheit zurück. Langsam versteht sie, in welcher Spannung zwischen Sicherheit und Freiheitsbedürfnis sich ihr Vater und alle, die mit ihm in dieser geschlossenen Welt lebten, damals befanden.

Empfehlenswert!

 

Sommerfest des Christophsbads - 29.06.2013

Stand des MuSeele auf dem 35. Sommerfest des Christophsbads. Der Edel-Flohmarkt trug zu unseren kommenden Projekten über 200,- Euro bei.

Soziale Psychiatrie - 01/2013

Rätselhafte Bilderwelt

Das MuSeele zeigt Bilder von Karl Müller
von Chris Heinemann


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Ausflug ins Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg - 05.04.2013

Auslfug ins ehemalige Tollhaus

Das Strafvollzugsmuseum in Ludwigsburg befindet sich in einem 1748 als Teil des Herzoglichen Zucht- und Arbeitshauses erbauten Gebäudes, das auch einen eigenen Bereich für psychisch Kranke beherbergte: das erste württembergische Tollhaus.

Mit einem vollen Kleinbus fuhren wir Freitagnachmittag nach Ludwigsburg, wo uns Museumsleiter Dr. Erich Viehöfer in einer grandiosen Führung in das Strafvollzugswesen einst und heute einführte.

Mehr zum Museum unter http://www.ludwigsburg.strafvollzugsmuseum.de/main.html