In aller Kürze

Göppinger Kultur-Nacht

Am 24. Juni 2017 findet zum achten Mal die Göppinger Kultur-Nacht statt, an der das MuSeele auch wieder teilnehmen wird. Das MuSeele freut sich auf Ihren Besuch und hat seine Pforten an diesem Abend von 19 bis 1 Uhr für Sie geöffnet. Tickets können Sie im Vorverkauf über unseren Museumsshop erwerben.

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NWZ - 08.09.2006

Bilder eines ehemaligen Christophsbad-Patienten werden jetzt in Schleswig ausgestellt: Die rätselhafte Welt des Stellmachers Karl Müller

Mit starker Göppinger Beteiligung wird am 14. September in Norddeutschland eine ambitionierte Ausstellung mit Bildern des langjährigen Christophsbad-Patienten Karl Müller eröffnet.

Das Museum für Outsiderkunst Schleswig stellt bis 9. November "Die rätselhafte Welt des Stellmachers Karl Müller" mit Bildern aus der Sammlung des Psychiatriemuseums MuSeele in Göppingen aus. Die Sammlung von 116 Buntstift- und Tuschezeichnungen des seinerzeit in der Psychiatrie internierten Karl Müller werden damit erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Jahrelang sind die Bilder im Verborgenen geblieben, bis der Baden-Badener Arzt Eugen Schmidt die symbolhaft-erzählerischen Kunstwerke entdeckte und sie Anfang der 1930er Jahres in der Presse publik machte.

Durch die Wirren des Nationalsozialismus geriet die Sammlung in Vergessenheit. Das Göppinger Museum für Geschichte der Psychiatrie und Psychiatriegeschichten, kurz MuSeele, erhielt das Gesamtwerk als Schenkung durch die Tochter Eugen Schmidts. Das Museum für Outsiderkunst ist nun die erste Station in einer Reihe von Ausstellungsorten wie Welzheim, Baden-Baden, Heidelberg und Göppingen. Zur Eröffnung am Donnerstag, 14. September, halten der Diplom-Psychologe und MuSeele-Leiter Rolf Brüggemann sowie die Göppinger Kunsttherapeutin Gisela Schmid-Krebs Vorträge. Brüggemanns Vortrag hat den Titel "Kunst und Psychiatrie - ein spannendes Wechselverhältnis im 20. Jahrhundert", Gisela Schmidt-Krebs spricht über den "zeitgeschichtlichen und aktuellen Kontext der Zeichnungen des Karl Müller". Zur Ausstellung erscheint ein aufwändig gestalteter Katalog mit zahlreichen Farbbildern, der von Gisela Schmid-Krebs und Rolf Brüggemann herausgegeben wird.

NWZ - 13.07.2006

MuSeele im Christophsbad - Vorurteile abbauen

Das MuSeele des Göppinger Christophsbades hat sich zum Ziel gesetzt Museum und Psychiatrie unter einen Hut zu bringen und viele Aspekte der Psychiatrie kritisch vorzustellen. Von Iris Ruoss

Informativ, interaktiv, provokativ und multimedial, so präsentiert sich das "MuSeele", das Museum des Göppinger Christophsbades, seinen Besuchern. Man will die Gäste anregen, kritisch zu sein, Vorurteile abzubauen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Psychiatrie war schon von jeher ein heikles Thema. Das "MuSeele" will auch Geschichte dokumentieren. Bei der Darstellung setzt man auf ein ausgeklügeltes Konzept. Durch Informationen sollen sich die Besucher ein eigenes Urteil bilden. Multimedial können sich die Gäste interaktiv mit den Themen des Museums auseinandersetzen, dabei werden alle Sinne angesprochen. Bei der zweiten Göppinger Kultur-Nacht befasst man sich mit den Themen "Siegmund Freud zum 150. Geburtstag" und "Mit dem Zeitrad durch die Geschichte der Psychiatrie". Es werden Geschichten von Patienten und Mitarbeitern erzählt. Auf einer Fotowand kann man Einblicke gewinnen in die Psychiatrie mit ihren Betroffenen ab dem Jahr 1902. Auch berühmte Personen, wie der Dichter Jakob van Hoddis und der Physiker Robert Mayer werden mit ihrer Lebensgeschichte vorgestellt.

NWZ - 06.05.2006

Lesung aus dem Werk Sigmund Freuds

Zum Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung findet am Mittwoch, 10. Mai, ab 16 Uhr eine Lesung aus dem Werk von Sigmund Freud im Christophsbad statt. Damit soll im Psychiatrie-historischen Museum MuSeele der verbrecherischen Vorgänge von 1933 kritisch gedacht werden. Der Begründer der psychoanalytischen Therapie und bahnbrechende Forscher der Seele geriet mit seiner Familie in seinen letzten Lebensjahren unter den Druck der Hitler-Diktatur. Seine Bücher wurden ebenso wie die anderer kritischer Dichter und Denker durch Nazi-Schergen verbrannt. Zweiter Anlass zu der Lesung, die von der Redaktion der Zeitschrift "Seelenpresse" organisiert wird, ist Sigmund Freuds Geburtstag, der sich am 6. Mai zum 150. Mal jährt.

Prisma 4 - 2006

Das MuSeele - Geschichte des Christophsbades und der Psychiatrie

Ein noch relativ junges Museum im Landkreis ist das MuSeele im Göppinger Christophsbad. Vor zwei Jahren wurde es eröffnet und es erzählt nicht nur die Geschichte des Christophsbades, sondern blickt auch zurück auf die Geschichte der Psychiatrie insgesamt. Mit der informativen und zugleich nachdenklich stimmenden Ausstellung sollen möglichst viele Aspekte der Psychiatrie iener breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. MuSeele - was im Schwäbischen zunächst an eine Verniedlichung des Begriffs Museum denken lässt, ist ein Sprachspiel zwischen "Museum" und "Seele". Ein "Museum der Seele" möchte dann auch die noch relativ junge Ausstellung im historischen Gebäude des Göppinger Christophsbades sein. "Die Psychiatrie ist eine umstrittene Institution und bis heute vielen Menschen suspekt", sagt Rolf Brüggemann, Psychologe und Vorsitzender des Vereins "MuSeele e.V".

Ein Ziel der Ausstellung ist es deshalb, sich kritisch mit der wechselhaften und oft tragischen Geschichte der Psychiatrie auseinanderzusetzen und sie den Besuchern sowohl informativ als auch unterhaltsam zu vermitteln. Dieser Spagat gelingt vor allem durch eine interaktive und multimediale Aufarbeitung des Themas. Die Besucher können bei ihrem Rundgangselbst bestimmen, wie viel Information sie wünschen und mit welchen Aspekten sie sich intensiver auseinandersetzen möchten. "Es soll schließlich niemand deprimiert aus dieser Ausstellung hinaus gehen", betont Rolf Brüggemann. Der Rundgang durch das Dachgeschoss des ehemaligen Badgebäudes von Heinrich Schickardt - das übrigens auch wegen seiner Architektur einen Besuch wert ist - lässt sich am besten mit einer Zeitreise durch die Geschichte der Psychiatrie beginnen.

Die Besucher können hier an einer computeranimierten Darstellung am "Rad der Zeit" drehen und bekommen dabei einen ersten Überblick über die Behandlung psychisch kranker Menschen vom Mittelalter bis heute. Ein großes Kapitel ist der Euthanasie gewidmet, als die deutsche Nazidiktatur bei der so genannten "Aktion T4" 70.000 psychisch kranke Menschen ermorden ließ. Ein Blick auf die Gesichter einer Fotosammlung und die zurückgelassenen Koffer der Patienten stimmen den Besucher nachdenklich, lassen menschliche Schicksale lebendig werden. "Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit und wir wollen auch die Geschichten der Menschen erzählen, die hier ein und aus gingen", so Rolf Brüggemann. Dies gelingt mit dem Porträt besonderer Persönlichkeiten, wie etwa dem Gründer des Christophsbades Heinrich Landerer. Oder auch bekannter Patienten, wie dem Dichter und Expressionisten Jacob van Hoddis sowie dem Physiker und Arzt Julius Robert Mayer. Karteikästen, die von den Besuchern geöffnet werden können, enthalten Geschichten, Anekdoten, liebenswerte oder nachdenkliche Botschaften anonymer Patienten, deren Schicksale so für die Besucher ein Stück weit begreifbar werden.

Der Rundgang durch das MuSeele schließt mit einem Blick auf die Diagnostik und die medizinischen Behandlungsmethoden in der Psychiatrie. "Vieles erinnert im historischen Rückblick an Folter und Zwang und lässt sich nur vor dem Hintergrund des damaligen medizinischen Wissens und der Gesellschaftsformen verstehen", erklärt Rolf Brüggemann. Diagnostik und Behandlung sind auch heute dem ständigen medizinischen Fortschritt und Wandel unterworfen, weshalb das "MuSeele" intensiv in der Forschung tätig ist. "Wir führen Tagungen und Fortbildungen durch und veröffentlichen Fachbeiträge", berichtet Rolf Brüggemann. Unterstützt wird er Verein MuSeele e.V., der rund 55 Mitglieder zählt, von der Heinrich-Landerer-Stiftung sowie dem Christophsbad selbst.

NWZ - 15.03.2006

NWZ - 15.03.2006

Bilanz des Benefizprojekts "Dichter unterm Hohenstaufen" - Fast tausend verkaufte Bände

Fast 1000 verkaufte Exemplare in nur drei Monaten: Verleger Till Herwig und Autor Marcus Zecha zogen gestern eine positive Bilanz des Buchprojekts "Dichter unterm Hohenstaufen".

In der Göppinger Buchhandlung überreichte Till Herwig gestern einen Scheck in Höhe von 1400 Euro an Rolf Brüggemann vom Verein "MuSeele". Der Erlös aus dem Buch, das auf einer Serie von Kulturredakteur Marcus Zecha basiert und von der Stadt Göppingen unterstützt wird, ist neben zahlreichen Freiexemplaren für das in den vergangenen Jahren liebevoll aufgebaute Psychiatriemuseum MuSeele im Göppinger Christophsbad bestimmt. Dort fristete der große Dichter Jakob van Hoddis vier Jahre seines Lebens. Sein Gedicht "Weltende" war das Fanal des Expressionismus. Psychisch erkrankt, wurde van Hoddis schließlich von den Nazis als lebensunwert abgestempelt und in Sobibor ermordet. Der Porträtband skizziert das Schicksal dieses und 19 weiterer außergewöhnlicher Autoren mit Bezug zum Landkreis und dem Hohenstaufen, darunter Hermann Hesse, Luise Pichler und Josef Mühlberger.

INFO

Es gibt noch Restexemplare des Porträtbands "Dichter unterm Hohenstaufen". Das Buch ist für 12 Euro bei Herwig, beim i-Punkt im Göppinger Rathaus sowie im "MuSeele" im Christophsbad erhältlich.

Mitteilung des MuSeele e.V. - 12.01.2006

Oberbürgermeister Till im am 12.01.06 im MuSeele

Der Göppinger Oberbürgermeister Till und seine persönliche Referentin Frau Pachwald werteten ihren Besuch im MuSeele im Christophsbad als sehr informativ und beeindruckend. Am 12. Januar waren sie mit den Vorsitzenden des MuSeele e. V. Frau Gisela Schmid-Krebs und Rolf Brüggemann zusammengekommen, um dieses besondere "Museum der Seele" zu besichtigen. In einer einstündigen Führung konnten die wesentlichen Themen deutlich gemacht werden. Herr Till erwies sich aus eigener beruflicher Erfahrung im Bereich der Psychiatrie und des Gesundheitswesens als kompetenter und kritisch hinterfragender Besucher.

In einer anschließenden Besprechung wurden wichtige Aspekte der Zusammenarbeit eines solchen speziellen Museums mit der Stadt diskutiert. So weist etwa das Göppinger Info Zentrum regelmäßig auf die Aktivitäten des MuSeele hin und in der Göppinger Kulturnacht finden viele Bürger erstmals den Weg hierhin. Weitere Kooperationen und Projekte sollen das MuSeele in der Zukunft für immer mehr Interessierte attraktiv machen. Till äußerte sich abschließend sehr anerkennend gegenüber den Organisatoren bezüglich der gelungenen musealen Aufbereitung der schwierigen Thematik. Sie sei ohne moralischen Zeigerfinger, lasse dem Besucher genügend Freiraum für das eigene Urteil und beweise zudem noch Witz und Humor. Er wünschte dem MuSeele weiterhin viele Besucher.